Im Verlauf der Jahrzehnte haben sich die Methoden der Osteopathie rasant weiterentwickelt und sich den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Im Vergleich zu den USA und Grossbritannien, wo die Osteopathie bereits seit Jahrzehnten einen festen Platz in Gesundheitswesen, Spitälern und Kliniken einnimmt, ungefähr 40'000 Osteopathen praktizieren und über 18 Universitäten Osteopathen mit entsprechendem Doktortiteln ausbilden, wird man im restlichen Europa erst seit einige Jahrzehnten verstärkt auf die Anwendungsmöglichkeiten aufmerksam allen voran in den Benelux-Staaten, Frankreich und Deutschland.
Aber auch bei uns in der Schweiz erlebt die Osteopathie zurzeit einen regelrechten Nachfrage-Boom. Die Patientennachfrage nach osteopathischen Behandlungen ist heute grösser als je zuvor. Mehrere hundert Osteopathen sind bereits in der Schweiz anerkannt. Es existieren mehrere Teilzeit- und Vollzeitschulen. Seit November 1995 existiert der Schweizer Verband für Osteopathie (Swiss Association of Osteopathic Medicine SAOM). Aufgaben sind die Überwachung der Ausbildungskriterien, die Berufsethik, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Anerkennung der Osteopathie in der Schweiz ist kantonal geregelt und ist in den Gesundheitsverordnungen entsprechend verankert. Fast alle Krankenkassen vergüten die osteopathischen Behandlungen über entsprechende Kombi- oder Zusatzversicherungen.
Die aktuelle Verbreitungswelle der Osteopathie im Gesundheitswesen hat allerdings nicht nur rein fachliche Ursachen. Bereits 1995 kam eine 5'000 Patientenbefragungen umfassende Studie des Centre de Recherches IPSO in Carouge-Genève zu dem Schluss, dass die Osteopathie im Therapiebereich vergleichsweise tiefe Kosten verursacht und auch die volkswirtschaftlichen Kosten bedingt durch Verkürzung der Arbeitsunfähigkeit erheblich senkt.



